Begriff

Definition

Risikobaumfällung

Risikobaumfällung

Grundsätzlich sollte man das Fällen sehr großer Bäume immer dem Fachmann überlassen. Nur dieser kann sämtliche Risiken abschätzen und etwaige Gefahren ausschließen. Ganz besonders gilt dieser Grundsatz in der Risikobaumfällung.

Befindet sich der zu fällende Baum in einem eng bebauten Areal und ist dadurch nur schwer erreichbar, spricht man von einem Risikostandort. Meist ist der Baum zudem noch unkontrolliert gewachsen, was eine normale Fällung unmöglich macht.

Ist allerdings der Stamm intakt und fault nicht, besteht die Möglichkeit, den Baum stehend zu zerlegen. Bei dieser Risikobaumfällung bedient man sich in der Baumpflege und Forstwirtschaft einer speziellen Klettertechnik.

Die seilunterstützte Baumklettertechnik (SKT) ist ein von den Berufsgenossenschaften anerkanntes Arbeitsverfahren, bei welcher der Baum nach und nach abgetragen wird. Das Seil dient dem Baumkletterer zur Unterstützung und ermöglicht ihm, die Äste - auch in der Baumkrone - optimal zu „begehen“ und mit der Motorsäge fachgerecht zu bearbeiten.

Hierfür ist eine entsprechende Ausbildung erforderlich und darüber hinaus eine spezielle Schutzausrüstung (Klettergurt, Steigeisen, Funkgerät, Helm, Gehörschutz) unerlässlich.

Durch den Einsatz moderner Seiltechnik beim Baumklettern ist fast jeder Ast an jedem Baum erreichbar, selbst an schwer zugänglichen Standorten, wo Kran und Hubarbeitsbühne nichts mehr ausrichten können.

Die abgetrennten Aststücke werden kontrolliert am Seil heruntergelassen und am Boden durch Helfer geborgen. Öffentliche Straßen müssen bei solchen Aktionen selbstverständlich gesperrt werden (Voraussetzung: Antrag auf eine verkehrsrechtliche Anordnung beim zuständigen Landratsamt).

Sehr bruchgefährdete Bäume oder bereits abgestorbene Bäume und Äste sowie Kronenbereiche in der Nähe von Hochspannungsleitungen bilden eine Ausnahme und können nicht mittels Seilklettertechnik gefällt werden. Hier ist das Gefahrenpotential einfach zu hoch.

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